Übelkeit bei Kindern ist keine Seltenheit. Es kommen verschiedene Ursachen in Betracht – von unverträglichen Lebensmitteln bis hin zu positiver oder negativer Aufregung. Oftmals tritt auch beim Reisen Übelkeit auf. Gemeinhin sind die Gründe für das Unwohlsein relativ harmlos und gut zu behandeln. Dieser Beitrag informiert Sie ausführlich, wie Übelkeit beim Kind einzuschätzen ist und wie Sie Ihrem Nachwuchs ohne Medikamente helfen können.

 

Warum Übelkeit bei Kindern häufiger auftritt als bei Erwachsenen

Dass Kinder schneller und häufiger unter Übelkeit leiden als Erwachsene, liegt daran, dass ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Es muss erst noch lernen, Erreger von Magen-Darm-Infektionen zuverlässig abzuwehren. Bei Reiseübelkeit kommt noch der Punkt hinzu, dass der Gleichgewichtssinn eines Kindes beim Auto-, Bus- oder Schifffahren sowie beim Fliegen rasch(er) durcheinander kommt.

 

Typische Ursachen von Übelkeit bei Kindern in der Übersicht

  • durch Viren oder Bakterien ausgelöste Magen-Darm-Infektionen
  • schlechte Verträglichkeit konsumierter Lebensmittel (z.B. extrem fetthaltige Speisen oder eiskalte Getränke)
  • positive oder negative Aufregung
  • seelische Probleme (z.B. Überforderung in der Schule)
  • Gehirnerschütterung nach einem Sturz (Übelkeit als mögliches Symptom)
  • Kopfschmerzen (z.B. bei Migräne)
  • Reiseübelkeit (z.B. bei längeren Autofahrten) 

Extra: Reiseübelkeit unter der Lupe

Von den genannten Ursachen ist Reiseübelkeit eine der häufigsten. Oft muss sich ein Kind bereits übergeben, wenn lediglich eine kurze Autofahrt zum nächsten Supermarkt ansteht. Noch wahrscheinlicher und intensiver wird Übelkeit bei Kindern im Falle längerer Reisen – ob mit dem Auto, Bus, Schiff oder Flugzeug. Wie bereits angedeutet, ist das Hauptproblem der Gleichgewichtssinn beim Kind.

Im Detail: Meist passen die Informationen, die das Auge bei der Fahrt- oder Flugbewegung erhält, nicht zum Gefühl der Fortbewegung des eigenen Körpers. Dies liegt daran, dass sich Kinder in Verkehrsmitteln gemeinhin auf einen Punkt konzentrieren, der nicht in Bewegung ist, beispielsweise ein Buch, Tablet oder Smartphone in der Hand. So finden die Augen und das Gleichgewichtsorgan keinen Konsens. Das Gehirn kommt damit nicht zurecht – schon macht sich die Reiseübelkeit bemerkbar.

Anders als bei Jugendlichen und Erwachsenen ist das Gehirn bei Kindern noch nicht voll entwickelt. Deshalb kann es die divergierenden Eindrücke weniger gut verarbeiten, sodass Reiseübelkeit wesentlich schneller Einzug hält. Allerdings sind auch Teens und Erwachsene nicht komplett gegen Übelkeit auf Reisen gefeit. Bei ihnen gerät der Gleichgewichtssinn genauso durcheinander – vor allem, wenn sie den Blick nach unten gerichtet haben (auf ein Buch etc.).

 

„Mir ist so schlecht…“ – welche Symptome bei Kindern auftreten

Kinder äußern es normalerweise von allein, wenn ihnen übel ist. Auch die Aussage „ich hab‘ Bauchweh“ kann bei kleineren Kindern Übelkeit bedeuten. Ansonsten sind die ersten Anzeichen Blässe und Schweißausbrüche. Je nach Ausmaß der Übelkeit muss sich das Kind übergeben. Was das Erbrechen betrifft, gilt es verschiedene Arten zu unterscheiden:

  • Speien/Spucken: Erbrechen einer kleineren Menge Nahrung 30 bis 60 Minuten nach dem Essen (dem Spucken liegt gemeinhin keine Krankheit zugrunde)
  • atonisches Erbrechen: kraftloses Herauswürgen/Herauslaufenlassen von Nahrung (deutet eventuell auf eine Erkrankung der Speiseröhre hin)
  • Erbrechen im Schwall: Erbrechen mit hohem Druck und großen Mengen (häufigste Form, auch bei Reiseübelkeit beziehungsweise generell Übelkeit bei Kindern und Erwachsenen)
  • Erbrechen im Strahl/spastisches Erbrechen: Erbrechen in hohem Bogen 30 bis 60 Minuten nach dem Essen 

Wie Sie Ihrem Kind bei plötzlicher Übelkeit sofort helfen können

Die nachfolgende Schritt-für-Schritt-Anleitung erklärt, welche Vorgehensweise Übelkeit bei Kindern lindern kann:

  1. Schritt: Ruhe bewahren, keinesfalls in Hektik verfallen. Das würde Ihr Kind nur zusätzlich verunsichern.
  2. Schritt: Beruhigen und trösten Sie Ihr Kind, zeigen Sie ihm, dass Sie für es da sind.
  3. Schritt: Sorgen Sie für eine möglichst ruhige und angenehme Atmosphäre.
    a) Zuhause: Bereiten Sie Ihrem Kind ein komfortables Lager auf dem Sofa oder im Bett, mit weichem Kissen und flauschiger Decke.
    b) Unterwegs im Auto: Halten Sie bei der nächsten Gelegenheit an und lassen Sie Ihr Kind aussteigen. Ein paar Schritte an der frischen Luft können bereits Wunder wirken.
    Hinweis: Frischluft ist generell empfehlenswert – auch wenn Sie zuhause sind, kann es gut tun, einige Minuten draußen zu spazieren. Fühlt sich Ihr Kind noch nicht danach, sollten Sie regelmäßig gründlich lüften.
    c) Unterwegs im Bus: Bitten Sie die Personen, die ganz vorne sitzen, mit Ihnen und Ihrem Kind Platz zu tauschen. Beim Geradeausschauen durch die Frontscheibe wird die Übelkeit bei Kindern meist weniger.
    d) Unterwegs auf dem Schiff: Gehen Sie mit Ihrem Kind an Deck und stellen oder setzen Sie sich im vorderen Bereich hin. Gemeinhin lindern der frontale Blick in Richtung Horizont und die frische Luft die Übelkeit bei Kindern.
    e) Unterwegs im Flugzeug: Bitten Sie das Bordpersonal um Hilfe. Möglicherweise kann sich Ihr Kind im Mitarbeiterbereich ein wenig hinlegen.
  4. Schritt: Geben Sie Ihrem Kind ausreichend zu trinken und achten Sie darauf, dass es die Flüssigkeit auch wirklich zu sich nimmt. Gerade bei Erbrechen ist dies enorm wichtig. Wenn möglich, bereiten Sie ihm Kräutertees mit Fenchel, Anis und Kümmel oder Kamille zu. Diese Kräuter beruhigen den Magen.
  5. Schritt: Bei Übelkeit hat Ihr Kind vielleicht keinen Appetit. Es ist nicht schlimm, wenn es einen Tag fastet. Um ein starkes Absinken des Blutzuckers zu verhindern, rühren Sie einfach Honig oder Traubenzucker in die Tees. Will Ihr Nachwuchs doch einen Happen essen, geben Sie ihm leicht Verdauliches wie Zwieback.

Tipp: Nach dem Erbrechen sollte sich Ihr Nachwuchs den Mund mit Wasser ausspülen und die Zähne putzen. So verschwindet der brennende Geschmack der Magensäure.

 

Extra: Reiseübelkeit gezielt vorbeugen

Reiseübelkeit lässt sich oftmals durch einige Maßnahmen verhindern:

  • Halten Sie Ihr Kind dazu an, geradeaus in die Ferne zu schauen (im Bus und auf dem Schiff einen entsprechenden Platz wählen). Bücher, Tablet etc. sind tabu!
  • Um möglicher Langeweile entgegenzuwirken, ist aktives Spielen sinnvoll. Veranstalten Sie einen Wettbewerb à la „Wer auf der Autobahn die meisten roten Autos zählt, darf sich am Zielort eine Süßigkeit aussuchen“.
  • Haben Sie selbst das Steuer in der Hand, so fahren Sie gleichmäßig. Rasante Kurven und plötzliche Bremsmanöver fördern Übelkeit bei Kindern. Achten Sie außerdem auf eine gute Luftzirkulation. Machen Sie zwischendurch Pausen für kurze Aufenthalte an der Luft.
  • Reisen Sie am besten nachts. Wenn das Kind schläft, ruht sein Gleichgewichtsorgan. 

Adäquate Hilfe bei Migräne- und Reiseübelkeit

Es gibt verschiedene Medikamente, die gegen Übelkeit bei Kindern helfen sollen. Allerdings sind diese häufig mit Nebenwirkungen verbunden. Als arzneimittelfreie Lösung empfehlen sich die SEA-BAND Akupressurbänder. Sie enthalten keine Arzneistoffe, weshalb sie absolut unbedenklich sind.

Die elastischen Bänder werden bei Übelkeit an beiden Handgelenken angelegt. Sie wirken nach dem Prinzip der Akupressur. Auf der Bandinnenseite übt eine kleine Noppe Druck auf den sogenannten „Nei-Kuan-Punkt“ aus. Wenige Minuten nach dem Anlegen entfalten die Bänder bereits ihre Wirkung.

Prinzipiell kann SEA-BAND so lange wie nötig oder auch wiederholt getragen werden. Es stehen passende Ausführungen für Kinder und Erwachsene zur Verfügung.

 

Wann Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen sollten

In der Regel verschwindet Übelkeit bei Kindern nach kurzer Zeit wieder. Um sicherzugehen, dass nichts Ernteres dahintersteckt, messen Sie die Temperatur Ihres Kindes. Hat es Fieber, sollten Sie sofort einen Kinderarzt aufsuchen. Gleiches gilt, wenn

  • sich Ihr Nachwuchs über Stunden erbricht,
  • die Übelkeit länger als einen Tag anhält,
  • Ihr Kind heftige, krampfartige Bauchschmerzen hat,
  • Ihr Nachwuchs gleichzeitig unter starken Kopfschmerzen leidet,
  • der Übelkeit ein Sturz vorausging,
  • Ihr Kind insgesamt einen sehr matten und kranken Eindruck macht oder
  • die Übelkeit immer wieder ohne erkennbare Ursache auftritt

Tritt die Übelkeit bei Kindern unter vier Jahren auf, sollten Sie stets gleich zum Arzt.